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"Inmitten von Schwierigkeiten liegen günstige Gelegenheiten."  (Albert Einstein)

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:: Transformative Mediation :: 

 

Das transformativen Modell der Mediation wurde erstmals von Prof. Robert A. Baruch Bush und Prof. Joseph P. Folger 1994 in dem Buch "The Promise of Mediation - The Transformative Approach to Conflict" beschrieben. Die erste Auflage der deutschsprachigen Übersetzung mit dem Titel "Konfliktmediation und Transformation" ist 2009 erschienen.

Was sind die Ziele eines Mediationsverfahrens nach diesem Modell?

Die Transformative Mediation ist ein einzigartiger Prozeß, bei dem sich der Konflikt transformiert bzw. die Konfliktpartner (Medianden) ihr Verhalten ändern, indem sie ermächtigt werden, selbst Probleme und Ziele zu definieren. Kernbestandteile des transformativen Ansatzes sind 'empowerment' und 'recognition'. Durch Empowerment (Befähigung) werden sich die Parteien der Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, und deren effektiver Nutzung bewußt. Solche Fähigkeiten ermächtigen die Streitparteien letztendlich dazu, für sich gute Entscheidungen zu treffen. 'The party experiences a greater sense of self worth, security, self-determination and autonomy' (Bush/Folger, 2004, S. 87). Der zweite Bestandteil "Recognition" ist zu verstehen als eine gegenseitige Anerkennung, die durch Gedanken, Worte oder Taten der Parteien vermittelt wird. 

Wie verläuft die Konfliktbearbeitung bei der transformativen Mediation?

Das Mediationsverfahren findet grundsätzlich in gemeinsamen Gesprächen unter der neutralen Gesprächsleitung der Mediatoren statt. Wie das Gespräch geführt werden soll, über welche Inhalte oder wohin es führen soll, unterliegt der Entscheidung der Parteien.

Nach Einführung in das Mediationsverfahren und die Vereinbarung des Vorgehens haben die Parteien die Chance, ins Gespräch zu kommen und den Streit aus ihrer Sicht darzustellen. Es können Gemeinsamkeiten und Unterschiede der wechselseitigen Sichtweisen beschrieben werden, um den gegenwärtigen Stand der Situation zu verdeutlichen und eine gegenseitige Anerkennung zu ermöglichen.

Die Parteien können ihre den Konflikt betreffenden Interessen, Gefühle, Beurteilungen, Wünsche und Zielsetzungen darlegen sowie sonstige Informationen geben, die für sie in der Auseinandersetzung von Bedeutung sind. Darüber hinaus können die Parteien gemeinsam und mit Unterstützung der Mediatoren mögliche neue Problemlösungsoptionen entwickeln. Dabei können auch Interessen berücksichtigt und Ideen zur Lösung des Anliegens einbezogen werden, die über den eigentlichen Streitgegenstand hinausgehen. Es liegt allein bei den Parteien, dies zu tun. Während dieses Gespräches kann es passieren, daß die Medianden ihre Situation und die Position des anderen neu sehen und anders bewerten. All dies kann zutage treten, während die Parteien diese Gespräche führen, Entscheidungen treffen und es sie dorthin führt, wohin sie letztlich möchten. 
 

Im Ergebnis kann, wie beim lösungsorientierten Ansatz, eine gemeinsame Lösungungsfindung mit schriftlicher Vereinbarung stehen. Dies ist eine Möglichkeit, insofern sich die Medianten dafür entscheiden. Doch auch ganz andere (unvorhergesehene) Ergebnisse können für die Parteien mindestens genauso wertvoll sein. 

Sollte eine Vereinbarung getroffen werden, obliegt eine vertragliche Ausformulierung allein den Parteien oder ihren rechtlichen Beratern. Sie können von beiden Seiten und von den Mediatoren unterzeichnet werden.

Was ist die Aufgabe des Mediators?

Nach Bush und Folger arbeiten Mediatoren im transformativen Mediationsverfahren lediglich mit der Methode der Reflexion und fassen das Gesagte der Medianden zusammen. Die neueste Tendenz vernachlässigt sogar die Verwendung von offenen Fragen, um eine Manipulation der Parteien weitestgehend zu vermeiden. Damit wird man dem Anspruch auf Neutralität am besten gerecht. Der Mediator folgt keiner Struktur und keinen Phasen; ausschließlich die Medianden bestimmen den Mediationsverlauf. Entscheidend ist dabei, daß der Vermittler den Parteien bei der Unterhaltung folgt. Insofern wird eine Themensammlung ausschließlich auf Wunsch der Parteien angefertigt. Nur sie geben die nächsten Handlungsschritte vor. Der Mediator spielt eine untergeordnete Rolle im Verfahren. Die Parteien werden als Experten angesehen, die ihre Probleme selber lösen können, mit minimaler Hilfestellung eines neutralen Dritten. 

Am meisten schätze ich an dieser Art der Konfliktklärung, daß die Interaktion der Menschen deutlich im Mittelpunkt steht und sie so selbstbestimmt Entscheidungen fällen und wieder stabile Beziehungen zueinander herstellen können.

 

 

 

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Institut für Transformative Mediation und Konfliktintervention | ch[at]transformative-mediation.de